Schlimmste Zeit - Umzugszeit
Einer der schlimmsten Zeiten meines Lebens ist vorbei! Ich musste am 01. Mai aus meiner 5e arrondissement-Wohnung raus, obwohl ich mich bis zu einer Woche vor Rausschmiss nichts gekümmert habe. Die Uni ist zur Zeit Horror und ich bin mitten in Projekten und Klausurvorbereitungen!

Natürlich bin ich nicht wahnsinnig. Eileen und Lisa hatten mir angeboten, dass ich so lange zu ihnen dürfte. Allerdings waren beide 4 Tage vor Auszug in Deutschland … mit Wohnungsschlüssel. Lisa hat mir umgehend den Schlüssel zur Wohnung zugeschickt. Dieser kam nur leider nicht pünktlich an! Glücklicherweise konnte mir Arno weiterhelfen. Er rief eine alte (83 Jahre!) Freundin an, die ihn erlaubte, mir den Schlüssel zu ihrer Zweitwohnung im 16ten zu geben.


Am gleichen Abend war ich noch dar, um die Lage zu checken! Das Haus von Außen war wunderhübsch!


Nur nicht der Teil, ich dem ich wohnen durfte: Der Albtraum! Ein chambre de bonne, wie es in den Büchern steht. 8 Quadratmeter, muffig, keine Bettwäsche, ein Miniküchenschrank, Dusche direkt nebenan und ein Bett, dessen Matratze so schlapp war, dass man die Federn und das darunter liegende Holzbrett deutlich spüren konnte.






Also bin ich schnell nach Hause und habe mit dem Packen angefangen. Nach 2h wurde mir klar, dass es Koffer mit Rucksack und Tüten nicht reichen würde. Da ich keine Lust hatte, meinen Vermieter zu treffen, wollte ich bis 11 Uhr raus sein. Es war aber schon 5h. Also habe ich auf’s Schlafen gepfiffen und habe die erste Ladung ins 16e per Métro geschafft. Ich musste alles ins 7. Stockwerk ohne Fahrstuhl schleppen.
Um 9h30 war ich zurück um die 2. Ladung zu holen. Als ich damit fertig war, bin ich nur noch tot ins Ekelbett gefallen. Mit kompleter Kleidung versteht sich, denn wer Decke gesehen hat, wird verstehen, weshalb vom direkten Hautkontakt abzuraten ist.
Die Gangtoilette war unbenutzbar, da ein Irrer im selben Stockwerk wohnt. Einer, der nicht begriffen hat, dass man ins Loch vom Klo seinen Erledigungen macht. Nicht ins Waschbecken oder auf den Toilettenrand also! Glaubt mir - von der halben Minute im Klo, die ich für die folgenden Aufnahmen gebraucht habe, musste ich mich fast übergeben!



Wie habe ich mich also arrangiert? Klein bei laufendem Wasser in die Dusche, groß im Restaurant um die Ecke und Duschen im Schwimmbad.
Nach dieser Wohnung hätte ich zu Eileen und Lisa gekonnt, da die beiden mittlerweile zurück waren. Danach dürfte ich dann zu Christian - Boris’ Freund. Aber das war mir wirklich alles zuviel. Ich bin die folgenden Tage um 6 aufgestanden um 8 Uhr an der Église Americaine zu sein. Dort gibt es stets gute Wohnungsannoncen, die man aber früh genug lesen muss, da sie sonst weg sind. Das habe ich getan und am 3. Tag meine neue Wohnung in Saint-Denis gefunden.





Ich habe ich den befreienden Anruf getätigt. Nach etwa 30 Anrufen bei bereits vergriffenen Zimmern, endlich ein freies!
Noch einen Umzug hätte ich wahrscheinlich nur noch mit einem gratis Trauma überlebt. Dank Arno und seinem Auto war der Umzug aber schon innerhalb weniger Stunden und mit relativ wenig Mühe geschafft! Ein Glück!








